"Unterwegs in Australien 2010"Drei Jahre nach unserer letzten Australienreise war es endlich soweit, dass wir wieder ein Stückchen mehr von diesem faszinierenden Kontinent bereisen konnten. Vom 04. November bis 05. Dezember 2010 ging es mit einem kleinen Wohnmobil quer durch Australien von Süden nach Norden, von Adelaide nach Darwin und damit mitten durch das australische Outback und das Rote Zentrum.
Sengende Hitze, flirrende Luft, Trockenheit, roter Staub und Millionen von Fliegen. Das ist gemeinhin, wie man sich das australische Outback vorstellt und wir uns das auch vorgestellt hatten. Es kam etwas anders, denn aus dem Roten Zentrum wurde aufgrund von vielen heftigen Regenfällen ein „Grünes Zentrum“ mit blühenden Wildblumen und Wasserfällen am Uluru. Ein eher seltenes Ereignis und für uns teils ein echtes Abenteuer, da aus normalen Strassen überflutete Schlammpisten wurden. Von Adelaide ging es aber erst mal durch das Weinanbaugebiet des Barossa Valleys in den kleinen Nationalpark Mount Remarkable. Zwei-, vier- und noch anderes mehrbeiniges Getier flattert, kreischt, kreucht und fleucht rund um den Campingplatz. Australien, so wie wir es schon kennen und lieben. Leider sollten uns die Känguruhs erst wieder ganz im Norden begegnen. Im Outback gibt es wenig bis nichts zu fressen für sie. Ab Port Augusta beginnt der Stuart Highway und damit von jetzt auf gleich das Outback. Wir fahren in die leeren Weiten durchzogen von Spinifex (Gras mit fiesen kleinen Stacheln), Wildblumen, Gebüsch, rotem Sand und ab und an riesige Salzseen. Unser Ziel ist Coober Pedy, 540 km von Port Augusta entfernt, dazwischen kein Ort, nur Roadhouses, an denen man tanken, übernachten und sich mit dem Nötigsten versorgen kann. Jedoch ist auf der gesamten Strecke immer noch überraschend viel los auf der Strasse. Die Begegnungen mit den Roadtrains sind dabei ganz schöne Herausforderungen, wenn die über 50 m langen tonnenschweren LKWs mit über 90 km/h einem entgegendonnern. Der bizarre Wüstenort Coober Pedy scheint nicht von dieser Welt. Bekannt ist er durch seine Opalfelder und bis heute hoffen Schürfer auf den grossen Fund. Wir haben uns auch daran versucht, aber nix gefunden.... 735 km weiter fahren wir dann auf den Uluru („Ayers Rock“) zu, vermutlich der bekannteste Felsen der Welt und eines der Wahrzeichen Australiens. Und er ist faszinierend. Die Form, die wechselnden Farben je nach Licht, die Konturen im Fels, die weiten Ebenen drumherum, ein echtes Naturphänomen. Das Wetter hat es nicht ganz so gut gemeint, denn nach anfänglichem Sonnenschein folgen Gewitter und Regenfälle. Oder war es sogar Glück, denn wer hat den Uluru schon im Regen erlebt, wo die Wasserfälle vom Felsen stürzen? Wir umwandern und überfliegen ihn und irgendwie sind wir uns sicher, dass wir irgendwann noch mal wiederkommen. Etwa 30 km Luftlinie westlich des Uluru wandern wir noch durch die Kata Tjuta („die Olgas“), eine Ansammlung von riesigen halbrunden Felsen. Diese Landschaft hat etwas Unwirkliches und manch Ausblick hatte was von einer vergessenen Welt. Unser nächstes Ziel ist der Kings Canyon, eine Felsschlucht mit senkrechten Steilwänden. Doch auf dem Weg dorthin prasselt ein heftiger Gewitterregen auf uns nieder und plötzlich stehen wir vor einer überfluteten Strasse. Mit Hilfe von Australiern kommen wir durch, aber in den nächsten Tagen werden wir noch vor so einigen Überflutungen stehen. Und das in einem der trockensten Gebiete der Erde. Über Alice Springs, die einzige grössere Stadt in Zentralaustralien mit 25.000 Einwohnern, geht es weiter zu den Devils Marbles, den Teufelsmurmeln. Direkt am Highway türmen sich plötzlich wie zufällig hingeworfene runde Granitfelsen aufeinander. Für die Aborigines sind es die Eier der Regenbogenschlange und ein wichtiger heiliger Ort, wie auch der Uluru und die Kata Tjuta. Wir bleiben eine Nacht auf dem einsamen Campingplatz an den Felsen und bestaunen bei Sonnenunter- bzw –aufgang, wie die Felsen in Orange und Rot leuchten. Die nächste Station bringt uns zum - zumindest für Touristen - wohl berühmtesten Pub Australiens, Daly Waters. Fast jeder, der mal da war, hinterlässt irgendein Andenken von sich. Naja, das Bier ist gut und kalt. Ab hier wird das Klima tropischer, feuchter und heisser. Und wie heiss das noch wurde. Noch macht das Planschen in den heissen Quellen von Mataranka Spass, aber ab Katherine wird die Hitze und die Luftfeuchtigkeit ziemlich unerträglich. Wir unternehmen trotzdem noch einen schönen, wenn auch schweisstreibenden Bootsausflug in die Katherine Gorge und fahren weiter in den Kakadu Nationalpark. Bereits ab Katherine war Krokodilland und überall weisen Schilder darauf hin, dass man nicht sein Leben riskieren soll und Abstand nimmt von Gewässern. Auf einem sehr schönen und sicheren morgendlichen Bootsausflug auf den Yellow Waters sehen wir dann die ersten Salzwasserkrokodile. Und auf einer anderen Bootstour sehen wir sie nach Leckerlis springen und schnappen. Der grösste bringt immerhin geschätzte 700 kg auf die Waage! Kühlung verschaffen uns nur noch die krokodilfreien Wasserfälle und natürlichen Planschbecken im Litchfield Nationalpark, die wir ausgiebig geniessen, bevor wir unsere Endstation in Darwin erreichen. Dort können wir trotz schöner Strände nicht ins Wasser, da dort die tödliche Würfelqualle wartet. Darwin selbst ist ein nettes, geruhsames Städtchen und dort lassen wir unsere Tour ausklingen. Insgesamt 6200 gefahrene Kilometer quer durch Australien. Und wir kommen wieder!! |
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